Klimaplatz

Der menschliche Organismus kann sich nur schwer an die steigenden Temperaturen gewöhnen. An heißen Tagen braucht es daher ausreichend Ruheoasen und kühle Orte zur Regeneration. Gerade in eng bebauten Stadtzentren staut sich die Hitze - hier können klug angelegte Grünzonen für Erleichterung sorgen. Die Stadt Gunzenhausen beschäftigt sich schon lange mit diesen städtebaulichen Herausforderungen und reagiert wo immer möglich auf die sich verändernden klimatischen Bedingungen. Ende 2025 wurde in der Waagstraße hinter dem Stadtmuseum ein Klimaplatz eröffnet, der als neuer Park im Herzen der Innenstadt jedoch nicht nur ein Ort der Erholung, sondern auch ein Platz der Begegnung und Erinnerung sein wird. Saniert wurde zeitgleich die dem Klimaplatz zugewandte Rückwand des Stadtmuseums. Diese zeigt mittig das aufwendig und kunstvoll verzierte Fenster, das die Stadt 1924 zu Ehren der 1100-Jahr-Feierleichkeiten eingeweiht hatte.

 

Der Klimaplatz zeichnet sich durch vielfältigste Gestaltungselemente aus. So gibt es nicht nur zahlreiche Gräser, Sträucher und Bäume zu bewundern, sondern auch einen kühlenden Wasserlauf und einen öffentlichen Trinkbrunnen, dazu ausreichend Sitzgelegenheiten und wasserdurchlässige Gehwege. Die Bepflanzung ist natürliches Kühlelement und das Wasser sorgt für Erfrischung. Dazu wurde ausreichend Raum für Begegnung inmitten einer urbanen Umgebung geschaffen. Die ganze Maßnahme trägt dazu bei, das Stadtbild zu verbessern, die Biodiversität zu fördern und den städtischen Alltag klimafreundlicher zu gestalten.

 

Der Klimaplatz ist nicht nur eine grüne Oase, sondern auch ein Ort des Innehaltens und der Erinnerung. Denn die Stadt Gunzenhausen hat sich zum Erhalt ihrer jüdischen Vergangenheit verpflichtet. In Richtung Rathausstraße, am Rande des Platzes, wurden zahlreiche Steine integriert, die vor Jahrzehnten in einem jüdischen Gebäude verbaut waren. Diese bewahren als steinerne Zeugen die Geschichte und geben dem Klimaplatz die Aufgabe, auch Plattform für Erinnerungsarbeit zu sein. Der Ort ist passend gewählt, stand an Ort und Stelle doch einst eine Synagoge.  


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